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Den zweiten Aufguss an die Blätter anpassen

Der zweite Aufguss beginnt mit feuchten, bereits geöffneten Blättern. Zeit und Geschmack können deshalb anders ausfallen als beim ersten.

Geöffnete Teeblätter in einer kleinen Kanne neben zwei unterschiedlich gefärbten Aufgüssen

Die Blätter starten nicht mehr bei null

Trockene Blätter müssen zunächst nass werden und sich bei manchen Tees erst entfalten. Beim zweiten Aufguss ist dieser Schritt bereits geschehen. Gleichzeitig sind lösliche Geschmacksbestandteile in die erste Tasse übergegangen. Beide Veränderungen wirken zusammen. Deshalb braucht der zweite Aufguss nicht automatisch mehr Zeit, nur weil er der zweite ist.

Beginne mit den Hinweisen zum mehrfachen Aufgießen, die für deinen konkreten Tee vorliegen. Eng gerollter Oolong in kurzen Aufgüssen verhält sich anders als ein fein gebrochener Frühstückstee im großen Becher. Nicht jede Sorte und jede Methode ergibt eine gleichermaßen überzeugende zweite Tasse. Ein kleiner Versuch sagt mehr aus als eine feste Zahl möglicher Aufgüsse für sämtliche Blätter.

Den ersten Aufguss vollständig abgießen

Gieße den ersten Tee ab oder nimm das Sieb heraus, damit die Blätter zwischen den Runden nicht in einer Pfütze liegen. Zurückgebliebener Aufguss verändert sich weiter und macht das nächste Ergebnis schwerer vorhersehbar. Bewahre die Blätter während derselben Teerunde in einem sauberen Gefäß auf und verwende saubere Werkzeuge. Mehrere aufeinanderfolgende Aufgüsse bedeuten nicht, feuchte Blätter über Nacht auf der Arbeitsplatte stehen zu lassen.

Achte bei der nächsten Runde auf Wassermenge und Ausgangstemperatur. Probiere nach einer bewusst gewählten kurzen Zeit, statt einen langen ersten Aufguss automatisch zu wiederholen. Ist der Tee zu leicht, kannst du beim nächsten Versuch länger warten. Wird er überraschend kräftig, brauchen die bereits geöffneten Blätter möglicherweise weniger Kontaktzeit. Eine knappe Notiz zur Reihenfolge hilft, das Muster beim nächsten Mal wiederzuerkennen.

Die Veränderung darf angenehm anders sein

Spätere Tassen können weicher wirken, weniger duften, süßer erscheinen oder schlicht dünner werden. Nicht jede Veränderung muss als Verbesserung gelten. Höre auf, wenn dir das Ergebnis nicht mehr schmeckt, und entsorge die Blätter. Mehrere Aufgüsse dienen dazu, einen Tee während einer Runde kennenzulernen. Sie verpflichten nicht dazu, jede letzte Spur herauszulösen. Entscheidend ist die Tasse, die du noch gern trinken möchtest, nicht eine beeindruckende Zahl im Notizbuch.

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